Hochwasser und Schutzmassnahmen beschäftigen die Menschen, die auf dem Bödeli leben, seit Jahrhunderten. Die Fläche zwischen dem Brienzer- und dem Thunersee ist eine Schwemmebene, Flüsse wie die Lütschine oder der Lombach transportieren seit eh und je grosse Mengen an Gestein von den Bergen ins Tal. Die sogenannte Wasserbaupflicht liegt in erster Linie bei den Gemeinden, die Pflicht also, die Gewässer zu unterhalten und die angrenzenden Gebiete vor Hochwasser zu schützen. Im Kanton Bern wird diese Verantwortung an vielen Orten delegiert. In den Gemeinden Bönigen, Gsteigwiler, Interlaken, Matten, Saxeten und Wilderswil übernimmt die Schwellenkorporation Bödeli Süd diese Aufgabe.
Die Gewässer – unser Auftrag
«Beim Ausflusse des Saxetbaches sind die grossen Geschiebe,
welche er dort hat liegen gelassen, auszuräumen.»
(aus einem Protokoll von 1866)

Übersicht Perimeter
157 Gewässer in einer Region

Organisation
Sechs Gemeinden, eine Trägerschaft
Der Vorstand der Schwellenkorporation Bödeli Süd umfasst 13 Mitglieder. Von den sechs Gemeinden delegiert jede einen Vertreter oder eine Vertreterin der Gemeinde sowie einen Vertreter oder eine Vertreterin der Grundeigentümer. Der 13. Sitz ist einem Werkeigentümervertreter vorbehalten, dieser wird seit Jahrzehnten durch die Jungfraubahnen gehalten.
Grundeigentümer im Gebiet der Korporation müssen eine jährliche Abgabe leisten, den sogenannten Schwellentell. Dieser wird auf Grundlage des amtlichen Werts der Grundstücke sowie der Gefährdungslage festgelegt.
MITARBEITENDE SCHWELLENKORPORATION BÖDELI SÜD
| Schwellenmeister | Dimitri Rubin, Wilderswil |
| Mitarbeiter | Hanspeter Sterchi, Wilderswil |
| Sekretariat: | Mandat Bauverwaltung Einwohnergemeinde Matten |
| Finanzen | Einwohnergemeinde Matten |
| Finanzverwaltung | Verena Faik und Nathalie Götz, Mandat Einwohnergemeinde Matten |
VORSTANDSMITGLIEDER
| Bönigen | Maik Ziswiler, Gemeindevertreter Anton Michel, Grundeigentümervertreter |
| Gsteigwiler | Rolf Roth, Gemeindevertreter Bernhard Seiler, Grundeigentümervertreter |
| Interlaken | Sabrina Amacher, Grundeigentümervertreterin Andreas Michel, Gemeindevertreter |
| Matten | Jürg Kübli, Gemeindevertreter, Vizepräsident Matthias Ritschard, Grundeigentümervertreter, Präsident |
| Saxeten | Marcel Roth, Gemeindevertreter Anton Seematter, Grundeigentümervertreter |
| Wilderswil | Rolf Herren, Gemeindevertreter Gregor Borter, Grundeigentümervertreter |
| Werke | Oliver Studer, Vertreter BOB |
Mitgliederversammlungen
Mitgliederversammlung 2026
Mitgliederversammlung 2026

Geschichte
Zusammenarbeit mit Tradition
Die alpine Landschaft rund um das Bödeli sorgt dafür, dass sich Bäche und Flüsse bei Unwettern höchst dynamisch verhalten. Allein die Lütschine entwässert ein Gebiet von rund 380 km2 – sie ist der grösste Fluss der Schwellenkorporation Bödeli Süd, aber längst nicht der einzige. Die Bewohnerinnen und Bewohner entlang der Gewässer versuchten seit eh und je, sich gegen die Hochwasser zu wehren. Immer wieder traten schwere Schäden auf. Im Jahre 1864 gründeten weitsichtige Personen aus den vier Gemeinden Bönigen, Gsteigwiler, Matten und Wilderswil die Schwellenkorporation der Vereinigten Lütschinen, so hiess die Korporation zu Beginn.
Der Grundgedanke bei der Gründung einer gemeinsamen Organisation war, den drohenden Gefahren gemeinsam entgegenzutreten. Im April 1857 hatte der Kanton Bern ein Gesetz erlassen, wonach die Gemeinden für die Erfüllung der sogenannte Schwellen- und Dammpflicht hafteten, sie hatten sich also um die Pflicht der Ufersicherung wie auch um den Schutz vor Überschwemmungen zu kümmern. Nach der Gründung der Schwellenkorporation der Vereinigten Lütschinen wurden je zwei Mitglieder aus den vier Gemeinden in die Schwellenkommission abgeordnet. Interlaken wurde am 8. Februar 1866 aufgenommen und die Kommission wurde erweitert. Als erster Präsident amtete der Mattner Conrad Ritschard.
Im Rahmen einer Neufassung des Schwellenreglements wurden über 100 Jahre nach der Gründung 1984 alle Bahnanlagen im Gebiet miteinbezogen, also diejenige der BLS, der Berner Oberland-Bahn (BOB) und der Schynige-Platte-Bahn. Die Bahnen erhielten ebenfalls einen Sitz in der Schwellenkommission, um ihre Anliegen einzubringen. Im Januar 1990 trat im Kanton Bern ein neues Gesetz über Gewässerunterhalt und Wasserbrau in Kraft. Die Schwellenkorporation musste ihren Kataster den neuen Grundlagen anpassen und nahm in diesem Zuge auch die Gemeinde Saxeten neu in die Organisation auf. Seither heisst die Korporation Schwellenkorporation Bödeli Süd, ihre Kommission umfasst 13 Mitglieder.
Buch zur Geschichte
Jubiläum 150 Jahre
Die Vielfalt der verschiedenen Gewässer im Gebiet der Schwellenkorporation Bödeli Süd spiegelt sich im Buch zur Geschichte, das im Jahr 2014 zum 150-jährigen Jubiläum erschienen ist:
«Von der Schwellenkorporation der Vereinigten Lütschine zur Schwellenkorporation Bödeli Süd 1864 – 2014»
Ueli Beetschen und Ueli Flück
Verlag Schlaefli & Maurer AG, Uetendorf
Erhältlich bei der Schwellenkorporation Bödeli Süd.
