Die Aare ist ein Sonderfall. Weil sie so viele verschiedene Gemeinden und Städte verbindet, ist der Kanton Bern selber wasserbaupflichtig und nicht die einzelnen Schwellenkorporationen und Gemeinden. Im Jahr 2015 ist dieser Wechsel vollzogen worden, seither plant das kantonale Tiefbauamt die Projekte im Wasserbau, die Schwellenkorporationen sind involviert und tragen auch einen Teil der Kosten. Dies erlaubt dem Kanton, die Aare ganzheitlich zu betrachten.
Mit dem Beitritt von Interlaken zur Schwellenkorporation Bödeli Süd im Jahre 1996 kam die Aare als grosses Gewässer in den Perimeter. Nicht nur das linke Ufer der Bödeliaare liegt im Gemeindegebiet von Interlaken, auf einem Abschnitt zwischen der Goldswiler Brücke und dem Bödelibad gehört auch ein Stück des rechten Ufers zu Interlaken. In diesem dicht besiedelten Gebiet zwischen Interlaken und Unterseen befinden sich alte Ufermauern, die in den nächsten Jahren in mehreren Etappen saniert werden müssen. Es hat sich gezeigt, dass ihr Zustand für künftige Hochwasserereignisse teilweise nicht mehr genügend gut ist. Die Bauwerke stammen zu einem grossen Teil aus der Zeit der Aarekorrektion in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Für die Planung hat das Tiefbauamt des Kantons Bern nicht nur die historische Bausubstanz zu gewärtigen, die Mauern sind auch denkmalgeschützt. Herausfordernd sind ebenso die vielen verschiedenen Nutzungsansprüche an die Bödeliaare und die touristische Einbettung. Schliesslich gilt es wie bei allen Schutzprojekten auch die ökologischen Bedürfnisse zu berücksichtigen, in diesem Falle etwa die Lebensbedingungen für Fische und andere Kleintiere. Eine eigentliche Wissenschaft für sich ist die Regulierung des Pegelstands der Aare, diese liegt aber im Aufgabenbereich des kantonalen Amts für Wasser und Abfall.
Wasserreiche Aare
Impressionen
schutzbauten Aare
Wasserstand Aare
Standort: Ringgenberg, Goldswil
–m ü. M.