Wie ein Puzzle fügen sich die einzelnen Teile des Hochwasserschutzes entlang der Lütschine zu einem Gesamtbild zusammen. 20 Jahre nach dem zerstörerischen Ereignis vom August 2005 konnten die Bauarbeiten im Sommer 2025 abgeschlossen werden. Jetzt sorgt ein System von verschiedenen Massnahmen für höheren Schutz, teilweise wird das Wasser beruhigt, teilweise besser durchgeleitet und im Extremfall fliesst es in einen Entlastungskorridor. Wie das genau funktioniert, wird an 11 Stationen auf dem Themenweg erklärt. Die Standorte liegen unmittelbar neben der Lütschine oder nicht weit davon entfernt, sie sind in einem rund zweistündigen Spaziergang einfach erreichbar.
Themenweg Lütschine

11 Stationen
Die Übersicht
Station 1
Die Materialschlacht
Bei einem Hochwasser sind nicht nur die extremen Wassermassen ein Problem, sondern auch die riesigen Mengen an Steinen, Kies und Schlamm, die mitgerissen werden.
Station 2
Ein Fluss wird umgebaut
Ufer können verstärkt und Dämme erhöht werden, und zwar so, dass sie einem Hochwasser besser standhalten und gleichzeitig Lebewesen und Pflanzen Vorteile bieten.
Station 3
Das Brückenproblem
Besonders knifflige Stellen für den Fall eines Hochwassers sind Brücken, an der Lütschine gibt es gleich mehrere davon.
Station 4
Die launischen Bäche
Auf dem Bödeli sind Wassergefahren seit eh und je ein Thema. Dies machte die Menschen erfinderisch, sie gründeten vor 160 Jahren zum Beispiel eine gemeinsame Organisation.
Station 5
Wassermanagement
Ein spezielles Bauwerk erlaubt es, dass bei einem künftigen extremen Ereignis Wasser gezielt aus der Lütschine abgeleitet wird und in den Strassentunnel fliesst.
Station 6
Denkmale schützen
Mitten in einem Dorf braucht es besondere Lösungen für den Hochwasserschutz, zum Beispiel eine Brücke, die sich bewegt.
Station 7
Wasser für die Mönche
Die Menschen auf dem Bödeli nutzten das Wasser aus der Lütschine auch ganz gezielt für ihre Bedürfnisse – etwa die Mönche des Klosters Interlaken.
Station 8
Der Notüberlauf
Ein Stück vor Bönigen erhält die Lütschine ebenfalls Gelegenheit, geordnet über die Ufer zu treten – hier kommt im Notfall der Entlastungskorridor über den Flugplatz zum Zug.
Station 9
Neue Lebensräume
Auf einigen Abschnitten entlang der Lütschine sind gezielt neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen worden.
Station 10
Die Reise der Steine
Beim Delta in Bönigen wird regelmässig Kies ausgebaggert – auch dies ist ein wichtiger Beitrag, damit ein Hochwasser besser abfliessen kann.
Station 11
Der Weg des Wassers
Der Entlastungskorridor ist ein auf dem Papier festgelegter Weg über den Flugplatz, der im Falle eines aussergewöhnlich grossen Hochwassers geflutet würde.