Video 1 erklärt den Hochwasserschutz im oberen Flusslauf.
6 – Denkmale schützen
Mitten in den Häusern sind Massnahmen für den Hochwasserschutz schwierig umzusetzen, besonders, wenn es sich um einen historischen Dorfteil handelt, wie hier rund um die denkmalgeschützte Brücke bei der Kirche Gsteig. Dieses Gebiet wird auch im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt. Dem Hochwasser im Jahr 2005 hat die Holzbrücke nur mit grösster Mühe standgehalten. Heute ist sie ein Bauwerk mit einem erstaunlichen Innenleben.
Zwischen den historischen Gebäuden ist es unmöglich, der Lütschine mehr Raum zu gewähren. Bei einem Hochwasser dienen die Ufermauern als Schutz für die Häuser direkt am Wasser. Speziell eingefügte Panzergläser unterbrechen die Mauern und verbessern die Lichtverhältnisse in den Gebäuden. Die Holzbrücke hat ihre ursprüngliche Konstruktion weitgehend behalten, ist jedoch zu einer Hubbrücke umgebaut worden. Bei einem Hochwasser lässt sich die ganze Brücke um 1.20 Meter in die Höhe bewegen – damit ist der Abfluss des Wassers gewährleistet.


Auf diesem Streckenabschnitt mitten im alten Dorfteil von Wilderswil galt es, die Schutzbauten so einzufügen, dass sie das Gesamtbild nicht allzu stark stören.
Impressionen 2005 – 2025
Das Hochwasser und die baulichen Massnahmen

Daten und Fakten
Die Bewegliche Brücke
Die alte Gsteigbrücke hat nach dem Hochwasser 2005 ein zweites Leben erhalten. Da sie seit 1962 unter Denkmalschutz steht, musste eine Lösung gefunden werden, die den Charakter der Brücke nicht vollständig verändert. Heute kann die Brücke bei einem drohenden Hochwasser um 1.20 Meter angehoben werden, dies dank einem hydraulischen System, das den Mechanismus in den neu betonierten Widerlagern in Gang setzt. Es dauert rund 5 Minuten, um die Brücke in die Höhe zu bewegen und so dem Wasser, das darunter hindurch fliesst, mehr Raum zu geben.