Video 2 erklärt die Entstehung des Bödeli und das Hochwasser vom August 20025.
7 – Wasser für die Mönche


Wasser spielte in der Landschaft wie auch im Leben der Menschen auf dem Bödeli zu jeder Zeit eine entscheidende Rolle. Nach der letzten Eiszeit, also vor ungefähr 10'000 Jahren, bedeckte ein grosser See das gesamte Gebiet zwischen Meiringen und Thun. Der Wendelsee wurde durch die Bäche nach und nach mit Steinen und Schutt gefüllt. Besonders aktiv waren die Lütschine und der Lombach, die unermüdlich neues Geschiebe herbeischafften. So entstand das Bödeli als Schwemmebene und der Brienzer- und der Thunersee als eigenständige Seen, wie wir sie heute kennen.
Die Flüsse und Bäche bargen nicht nur erhebliche Gefahren, sie boten den Menschen auch eine wichtige Ressource. In einer Urkunde aus dem Jahr 1272 ist zu lesen, dass das Kloster Interlaken die Herren von Unspunnen um Erlaubnis bat, an der Lütschine Wasser zu fassen und zum Kloster zu leiten. Auf alten Karten ist der Kanal als Spühlibach beschriftet. Er verliess das Flussbett der Lütschine genau hier am Standort der Stele 7, floss quer übers Bödeli zum Kloster (heutiges Regierungsstatthalteramt) und versorgte die Mönche mit Wasser. Zu einer viel späteren Zeit diente er auch der gewerblichen Nutzung, etwa zum Betrieb einer Sägerei.


