Wilde Lütschine

In Zweilütschinen treffen die Schwarze Lütschine und die Weisse Lütschine aufeinander und fliessen von da als Vereinigte Lütschine bei Gsteigwiler und Wilderswil vorbei, überqueren Gemeindegebiet von Matten und münden in Bönigen in den Brienzersee. Die Schwarze Lütschine fliesst aus dem Grindelwaldtal, die Weisse aus dem Lauterbrunnental. Wenn die Lütschine durch den Perimeter der Schwellenkorporation Bödeli Süd zieht, strömt in ihr das Wasser aus einem Gesamtgebiet von rund 380 Quadratkilometern Fläche. Über den Daumen gepeilt finden sich rund 500 Seitenbäche in diesem weit verzweigten Wassersystem.


Diese Zahlen lassen erahnen, wie anfällig die Lütschine für Hochwasser ist. Der Fluss beschäftigt die Menschen auf dem Bödeli seit Jahrhunderten. Die in den letzten zwanzig Jahren realisierten Schutzprojekte haben ihren Ursprung in den verheerenden Schäden, die nach dem Hochwasser vom August 2005 entstanden sind. Damals brachen die Wassermassen in Wilderswil im Gebiet Musterplatz aus dem Flussbett aus, unter anderem auch deshalb, weil Brücken im Weg standen. Die Überschwemmungen betrafen nicht nur das Dorf Wilderswil, sondern das Wasser breitete sich über den gesamten Flugplatz bis nach Matten, Bönigen und Interlaken aus. Die Massnahmen wurden in verschiedenen Teilprojekten umgesetzt, die auf einem Gesamtkonzept beruhen.

Realisierte Projekte

Lütschine

Dokumente zum Download:

Impressionen

Schutzprojekte Lütschine

Aktueller Wasserstand Lütschine

Standort: Lütschine – Gsteig
m ü. M.

Livebild Lütschine

Livebild der Lütschine in Wilderswil

Kamerastandort: Wilderswil Obereyli

Historische Forschung

Legende oder Wirklichkeit?

Ist die Lütschine immer schon in den Brienzersee geflossen? Eine spannende Frage: Autor Daniel Vischer ist in einem Artikel aus dem Jahrbuch des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee (UTB, 1989) den unterschiedlichen Argumenten nachgegangen. Er findet historische Passagen, wonach die Umleitung der Lütschine als sehr frühes Beispiel für andere solche Massnahmen aufgeführt wird, die Mönche des Klosters Interlaken hätten sich schon im 12. Jahrhundert darum gekümmert, weil die Lütschine damals in die Aare geflossen sei und das Kloster immer wieder überschwemmte. Allerdings gibt es auch Quellen, die belegen, dass diese Behauptung ins Reich der Legenden gehört.