Video 3 erklärt den Abflusskorridor über den Flugplatz.
11 – Der Weg des Wassers
Die Siedlungsgebiete von Matten und Interlaken liegen ein gutes Stück von der Lütschine entfernt, könnte man denken. Beim Hochwasser vom August 2005 half diese Distanz aber wenig, denn die Wassermassen, die sich in Wilderswil aus dem Flussbett verabschiedet hatten, fanden ihren Weg schnell quer über das Bödeli. Sie flossen auf ihrer eigenen Route durch Gärten und Quartierstrassen, füllten Garagen und Keller, überfluteten Bahngeleise und die Nationalstrasse A8. Sogar auf dem Platz vor dem Bahnhof Interlaken Ost breitete sich das braune Wasser der Lütschine aus. Die Schäden waren in allen Bödeli-Gemeinden gross.
In den letzten 20 Jahren sind zahlreiche Arbeiten ausgeführt worden, um den Hochwasserschutz entlang der Lütschine zu verbessern. Das Konzept dahinter verbindet zwei Strategien: Im Flussbett selber wurde die Abflusskapazität erhöht und zudem ist ein kontrollierter Überlauf möglich. Bei einem massiven Hochwasser kann das System künftig gezielt entlastet werden, indem die Lütschine an zwei Stellen geordnet über die Ufer treten kann. Ein Teil des Wassers wird dann in einem genau festgelegten Korridor über den Flugplatz in Richtung Brienzersee geleitet. Dieser Abflusskorridor ist seitlich mit Dämmen und Mauern begrenzt, an verschiedenen Stellen, wie auch hier bei der Landi, müssen in einem solchen Fall Strassen und Bahnabschnitte mit Dammbalken gesperrt werden.


Bei einem massiven Hochwasserereignis kann ein Teil des Lütschinewassers künftig durch einen Korridor (blau) abfliessen – so wird der Flusslauf in Wilderswil und in Bönigen entlastet. Für das Einsetzen von mobilen Elementen wie Dammbalken ist die Feuerwehr zuständig.
Impressionen 2005 – 2025
Das Hochwasser und die baulichen Massnahmen
Kurzvideo
So funktioniert die Notfallplanung
Wenn sich ein Hochwasser im Gebiet der Lütschine ankündigt, folgen die Massnahmen einem genau festgelegten Plan mit mehreren Alarm-Stufen. Das Video erklärt anhand einer fiktiven Situation, wie die Notfallplanung funktioniert.