Video 2 erklärt die Entstehung des Bödeli und das Hochwasser vom August 20025.
4 – Die launischen Bäche
Die Bäche und Flüsse halten die Menschen auf dem Bödeli seit Jahrhunderten auf Trab. Die Fläche zwischen dem Brienzer- und dem Thunersee ist eine Schwemmebene, die über Tausende von Jahren entstanden ist, indem die Gebirgsbäche unablässig Gestein aus den Bergen in die Ebene transportierten. Dieser Prozess lässt sich auch heute nicht aufhalten. Unzählige Seitenbäche schaffen regelmässig Nachschub herbei, etwa der Saxetbach, der das wilde Saxettal am gegenüberliegenden Hang entwässert. Schon allein deswegen lässt sich ableiten, dass die Leute, die hier wohnen, schon immer mit Hochwassergefahren und Schutzmassnahmen beschäftigt waren.
Die sogenannte Wasserbaupflicht liegt in erster Linie bei den Gemeinden, die Pflicht also, die Gewässer zu unterhalten und die angrenzenden Gebiete vor Hochwasser zu schützen. Im Kanton Bern wird diese Verantwortung an vielen Orten delegiert. In den Gemeinden Wilderswil, Saxeten, Matten, Interlaken, Gsteigwiler und Bönigen übernimmt die Schwellenkorporation Bödeli Süd diese Aufgabe. Sie wurde im Jahr 1864 gegründet, weil man zur Überzeugung gelangt war, es sei einfacher, die vielen Überschwemmungen entlang der Lütschine in einer gemeinsamen Organisation zu bewältigen. Das Einzugsgebiet der Schwellenkorporation Bödeli Süd umfasst 157 Gewässer.


Die Schwellenkorporation Bödeli Süd ist nicht nur in die Schutzmassnahmen eingebunden, sie kümmert sich auch um den Gewässerunterhalt, etwa im Saxetbach, wo Mitarbeiter der «Schweli» einen Baumstamm mit einem ferngesteuerten Fahrzeug entfernen.
Impressionen
Hochwasser August 2025
Daten und Fakten
Anspruchsvolle Kandidaten
Die vielen Bäche im Einzugsgebiet der Schwellenkorporation Bödeli Süd haben ihre jeweils ganz unterschiedlichen Charakterzüge und weisen verschiedene Problemstellen auf. Ein Bach mit einer besonderen Dynamik ist beispielsweise der Houetenbach oberhalb von Bönigen. Er entwässert die überaus steilen Flanken des Schynige-Platte-Grats hoch über dem Dorf und ist imstande, an vielen Orten Geschiebe zu mobilisieren. Um die Gefahr von Murgängen zu mildern, wurde im Jahre 2002 ein Verbauungsprojekt bewilligt, das verschiedene neue Sperren und einen neuen Geschiebesammler oberhalb der A8 umfasste.
Vom gleichen wilden Bergrücken führt auf der Westseite der Rufigraben hinunter nach Gsteigwiler. Auch hier ist die Geschichte der unternommenen Schutzarbeiten lang und verlangte über die Jahrzehnte hinweg viele Investitionen in Sperren, Ufermauern und Pflege. Bei allen diesen Bächen ist stets auch das Zusammenspiel mit den Schutzmassnahmen im Forst-Bereich wichtig. Ein gesunder Wald in den Einzugsgebieten der Gebirgsbäche erhöht den Schutz, weil er die Böschungen festigt.